Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Call for Paper 2016

1st CALL FOR PAPERS

8. ZSM Nachwuchstagung am 28./29. Oktober 2016

an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Humanwissenschaften

Thema: Hochschulen als Organisation und die Organisation von Hochschulen – Reformen des Wissenschaftsbetriebs in Theorie und Praxis.

Gastausrichter: Prof. Dr. Philipp Pohlenz

Kaum eine Zeit hat den Hochschulen in Deutschland eine größere Reformintensität beschert als die vergangenen drei Jahrzehnte. Der Bologna-Prozess ist nur eines der großen Reformprojekte, wenn auch das mit der wahrscheinlich größten Öffentlichkeitswirksamkeit und Wirksamkeit für die Gestaltung der Hochschullehre. Er ist zugleich Ausdruck einer Veränderung der gesellschaftlichen Erwartungen, die an Universitäten bzw. Hochschulen gerichtet werden. Durch die Anwendung neuer Steuerungsmodelle sollen diese zu wettbewerblich agierenden Akteuren umgeformt werden, ihre Leistungen in Forschung und Lehre sollen sich stärker an einer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwertungslogik orientieren usw.

Zugleich verändert sich das Verhältnis der Gesellschaft zur Wissenschaft und damit zu den Hochschulen in denen sie nach wie vor hauptsächlich organisiert ist: Unter Schlagworten wie „citizen science“ nimmt ein Laienpublikum zunehmend aktiv an wissenschaftlichen Forschungsprozessen teil, durch die weltweite und unkomplizierte Zugriffsmöglichkeit auf wissenschaftliches Wissen wird dieses schneller geteilt und von einem breiteren und skeptischeren Publikum rezipiert. Diese Entwicklungen werden beispielsweise unter der Bezeichnung eines „Wandels von Mode 1 zu Mode 2“ der Wissensproduktion diskutiert. „Mode 1“ bezeichnet dabei die konventionelle Organisationsform von Wissenschaft, die um der reinen Erkenntnis willen, in (mehr oder weniger engen) disziplinären Grenzen und „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ betrieben wird. „Mode 2“ hingegen bezeichnet eine stärkere Hinwendung der Wissenschaft zu konkreten, gesellschaftlich relevanten Fragen und Problemen und deren Bearbeitung in transdisziplinären Kontexten und Organisationsformen.

Derartige Entwicklungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Bedeutung und Aufgabe von Wissenschaft sind auch für die Organisation von Hochschulen und ihren Leistungsprozessen von Bedeutung. In der Lehre implizieren sie eine verstärkte Beachtung überfachlicher Lernziele und Kompetenzen. In der Forschung implizieren sie neben der „Suche nach der Wahrheit“ eine stärkere Konzentration auf die Kommunikation mit der Außenwelt über wissenschaftliches Wissen, seine Herstellungsbedingungen und Grenzen.

Für den Wissenschaftsbetrieb werden auf diese Weise neue Rollenanforderungen formuliert. Zudem verschieben sich die Gewichte und Machtverhältnisse im Inneren der Hochschulen.

Die skizzierten Prozesse sind der Gegenstand der Hochschulforschung. Diese ist in Deutschland bislang noch nicht so stark ausgebaut, wie etwa im angelsächsischen oder skandinavischen Hochschulsystem. Gleichwohl haben sich in den letzten Jahren eine diesbezügliche Forschungslandschaft mit diversen Interessen, (interdisziplinären) Ansätzen und Schwerpunkten sowie eine „Praktiker-Community“, die sich forschend mit Fragen der Hochschulentwicklung auseinandersetzt, herausgebildet.

Die Nachwuchstagung des ZSM möchte den verschiedenen Forschungsfragen zum Thema Hochschulorganisation und Organisation Hochschule einen Raum zum Austausch zur Verfügung stellen. Angesprochen sollen sich Nachwuchsforscherinnen und -forscher aller Wissenschaftsdisziplinen fühlen, die zu verschiedenen Fragen über  Hochschulen und Hochschulbelange arbeiten und forschen. Ziel ist es, die Schnittmengen zwischen den bearbeiteten Feldern auszuloten: Inwieweit sind organisationstheoretische Überlegungen zu neuen Steuerungsverfahren von Interesse für die Beschäftigung mit einem veränderten Wissenschafts- und Bildungsverständnis? Welche Rolle spielen veränderte Machtverhältnisse in der Hochschule (z.B. zwischen der zentralen Hochschulleitung und den einzelnen Lehrstuhlinhaberinnen und -inhabern) für die Erfolgschancen bei der Umsetzung neuer Leitbilder für die Lehre? In welchem Verhältnis stehen neue Bildungsverständnisse und Qualifizierungsaufträge einerseits und die Organisation von Forschung andererseits? Zugleich wollen wir ausloten, inwieweit die Ergebnisse dieser Forschung für eine praktische Reformarbeit in den Hochschulen genutzt werden kann.

In diesem Sinne sind sowohl Beiträge, die die Ergebnisse empirischer und theoretischer Arbeit präsentieren willkommen, als auch konzeptionelle und anwendungsbezogene Beiträge, beispielsweise in Form von (theoretisch und/oder empirisch reflektierten) Ergebnisberichten aus Hochschulreformprojekten.

Die Nachwuchstagung versteht sich in der Tradition des Magdeburger Methodenworkshops als Fachtagung mit Forschungswerkstattcharakter. Studierende, Promovierende und Postdoktoranden/innen, die sich entsprechenden Fragestellungen widmen, werden eingeladen, im Rahmen der Tagung ihre Forschungsprojekte zu präsentieren und mit den Tagungsteilnehmenden zu diskutieren.

Als Formate sind eine gemeinsame Postersession sowie parallele Arbeitsgruppen geplant. In den Arbeitsgruppen können abgeschlossene, laufende oder zur Einreichung bei Förderinstitutionen geplante Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Etwa 20 minütigen Präsentationen folgen 20 minütige Diskussionen. Poster werden auf einem Marktplatz mit einer Kurzvorstellung von ca. 5 Minuten vorgestellt.

Ihre Beitragsvorschläge im Umfang von max. 3.000 Zeichen (Poster 1.500 Zeichen, jeweils inkl. Leerzeichen) reichen Sie bitte unter zsm@ovgu.de bis zum 31. Mai ein. Die Auswahl der Beiträge erfolgt im Peer-Review-Verfahren, eine Rückmeldung erfolgt bis Ende Juni.

Es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Beiträge in einem Themenheft der „Magdeburger Beiträge zur Hochschulentwicklung“ zu veröffentlichen.

Die Tagung findet vom 28. bis 29. Oktober 2016 an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg statt. Im Tagungsbeitrag von 75 Euro (ermäßigt 50 Euro) sind die Verpflegung mit alkoholfreien Getränken, Kaffee, Tee, Gebäck und Snacks während des Tagungszeitraums enthalten. Vortragende sind vom Tagungsbeitrag befreit, Posterbeitragende zahlen den ermäßigten Beitrag.

 

Letzte Änderung: 27.06.2018 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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