Forschungskolloquien
Erziehungswissenschaftliches Forschungskolloquium
Sozialpädagogik in Kräftefeldern. Handeln, Forschen, Organisieren
Jun.-Prof. Dr. Martin Hunold
Institut I: Bildung, Beruf und Medien
Juniorprofessur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik
Sommersemester 2026
Montag oder Dienstags, jeweils von 17-19 Uhr, G40-Raum 162, Zschokkestraße 32
| 14. April 2026 |
Linda Schuck (B.A.) & Michelle Heinze (M.Sc.) Landesverband für Kriminalpräventiomn und Resozialisierung Sachsen-Anhalt e.V. "Straffälligenhilfe in Sachsen-Anhalt" |
| 19. Mai 2026 |
Prof.in Dr.in Julia Franz Alice Salomon Hochschule Berlin "Kasuistische Bildung im multiprofessionellen Team einer Kinder- und Jugendpsychatrie" |
| 02. Juni 2026 |
Prof. Dr. Michael Dick Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg "Politische Implikationen betrieblicher Bildung" |
| 06. Juli 2026 |
Vert.-Prof. Dr. Martin Kriemann "Ostdeutsche Jugendarbeit als Transformationsfeld - zwischen strukturellen Brüchen, institutionellem Transfer und kulturellen Kontinuitäten" |
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Linda Schuck & Michelle Heinze (Landesverband für Kriminalprävention und Resozialisierung Sachsen-Anhalt e.V.) Der Vortrag vermittelt Einblicke in die Strukturen und Arbeitsweisen der freien Straffälligenhilfe in Sachsen-Anhalt. Dabei werden sowohl die Besonderheiten und Herausforderungen der Zielgruppe als auch die Anforderungen und Belastungen für Fachkräfte in diesem Arbeitsfeld thematisiert. |
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Prof.in Dr.in Julia Franz (Alica Salomon Hochschule Berlin) Der Vortrag stellt eine ethnografische Rekonstruktion kasuistscher Bildungsprozesse in einem Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor. Anhand gemeinsamer Fallbesprechungen des multiprofessionellen Teams wird ein kasuistischer Modus als Bildung in der Praxis herausgearbeitet. Dessen systematische Förderung wird abschließend als spezifische Aufgabe Sozialer Arbeit in multiprofessionellen Teams diskutiert. |
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Prof. Dr. Michael Dick (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) Michael Dick wird in seinem Vortrag politische Implikationen betrieblicher Bildung fokussieren. Dabei schlägt er einen Bogen von klassischen Studien zum Facharbeiter:innenbewusstsein zum Konzept des soziomoralischen Klimas in Organisationen im Kontext von Veränderungen der Arbeitswelt und Wirtschaft. Mit Blick auf den Impulsvortrag von Michael Dick werden im Kolloquium zudem mögliche Relationen zwischen betrieblicher Bildung und demokratischer Mitbestimmung reflektiert und entsprechende Handlungsanforderungen für die Sozialpädagogik innerhalb der gesellschatlichen Arbeitsorganisation ausgelotet. Vor diesem Hintergrund werden Demokratietheorie und Arbeitspraxis aufeinander bezogen. |
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Vertretungsprofessor Dr. Martin Kriemann (Universität Trier) Der Vortrag betrachtet ostdeutsche Jugendarbeit als Transformationsfeld, das nicht nur durch institutionelle Umbrüche, sondern auch durch machtasymmetrische Deutungs- und Anerkennungsverhältnisse geprägt ist. Zunächst rekonstruiert Martin Kriemann die Jugendarbeit in der DDR als ambivalentes Feld zwischen politischer Rahmung und jugendlicher Eigenaktivität, um daran anschließend die Transformation nach 1989/90 als Prozess eines einseitigen Institutionentransfers nachzuzeichnen, in dem westdeutsche Standards zum Maßstab erhoben und ostdeutsche Praxisformen häufig entwertet oder marginalisiert wurden. Abschließend fragt er danach, wie sich diese kulturellen Einschreibungen bis heute in Programmatiken wie Demokratiebildung fortsetzen und wie ostdeutsche Erfahrungen nicht als Abweichung, sondern als eigenständige Wissens- und Praxisressource für gegenwärtige und zukünftige Transformationen ernst genommen werden können. |